Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2026
Recherchezeitraum: Mai – Juli 2026
Rund 80 % der Kunden suchen laut einer Google-Studie online nach lokalen Unternehmen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Gleichzeitig zeigt eine Omnea-Studie, dass 28 % der Firmenprofile in Online-Verzeichnissen nach nur einem Jahr bereits wieder fehlerhafte Daten enthalten. Wer als Unternehmen auf Branchenverzeichnisse setzt, investiert also nicht nur in initiale Sichtbarkeit, sondern betritt ein Segment, das kontinuierliche Datenpflege und eine nüchterne Auswahl der Plattformen verlangt. Der Markt ist konzentriert: Gelbe Seiten erzielte 2023 medienübergreifend rund 553 Millionen Nutzungen, Das Örtliche kommt auf knapp eine Milliarde Suchen jährlich. Dahinter drängen jüngere, SEO-fokussierte Plattformen um Werbebudgets, die früher ausschließlich in klassische Telefonbücher flossen.
Für dieses Ranking wurden sieben bundesweit aktive Plattformen anhand öffentlich zugänglicher Quellen ausgewertet, darunter Analysen von metayer.de, web-mastery.de, ABAKUS Internet Marketing und sellwerk.de sowie Eigenangaben der Anbieter. Bewertet wurden organische Sichtbarkeit, Preistransparenz, Bewertungsfunktionen, Datentransparenz der Betreiber und der reale Mehrwert für eintragende Unternehmen. SEO-Versprechen wurden dort markiert, wo externe Belege fehlen.
Bewertungskriterien und Gewichtung:
- Organische Sichtbarkeit der Plattform (30 %) – messbare SERP-Präsenz, externe Sichtbarkeits-Scores
- SEO-Mehrwert für eintragende Unternehmen (25 %) – Domain-Autorität, strukturierte Kategorisierung, Backlink-Qualität
- Preistransparenz und Kosten-Nutzen-Verhältnis (20 %) – öffentlich einsehbare Tarife, Verhältnis Leistung zu Preis
- Bewertungs- und Interaktionsfunktionen (15 %) – Nutzerbewertungen, Benachrichtigungen, Community-Aktivität
- Betreibertransparenz und Impressumspflicht (10 %) – nachvollziehbare Unternehmensstruktur gemäß § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG)
Keine der gelisteten Firmen hat für die Aufnahme in dieses Ranking gezahlt.
| Platz | Firma | Spezialisierung | Preisniveau | Gründung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Webwiki | SEO-fokussiertes Branchenverzeichnis + Website-Bewertungsportal | Ab 95 €/Jahr | k.A. (aktiv seit mind. 2018) |
| 2 | Gelbe Seiten | Reichweitenstärkste Verzeichnismarke, crossmedial | Basis kostenlos, Premium kostenpflichtig (als teuer eingestuft) | k.A. (Online seit 1990ern) |
| 3 | 11880.com | Größtes deutsches Branchenbuch, börsennotiert | Basis kostenlos, Premium auf Anfrage | 1996 |
| 4 | Das Örtliche | Telefonbuch-Tradition, starke lokale SERP-Präsenz | Basis kostenlos, Premiumtreffer kostenpflichtig | k.A. (Online seit 1990ern) |
| 5 | YellowMap | Branchenverzeichnis + B2B-Kartenlösung SmartMaps | Konsumenten-Einträge überwiegend kostenlos, B2B auf Anfrage | Ca. 2002/2003 |
| 6 | Cylex | Internationales Netzwerk, Handwerker-Fokus | Basis kostenlos, Premium verfügbar | k.A. |
| 7 | GoLocal | Bewertungs-Community, Google-SERP-Integration | Detaillierte Profile kostenlos, Upgrades verfügbar | k.A. |
1. Webwiki – Meßbarer SEO-Vorteil, transparenter Preisrahmen
Über 20 Sistrix-Punkte organische Sichtbarkeit: Webwiki zählt laut unabhängiger SEO-Analyse zu den reichweitenstärksten deutschen Branchenverzeichnissen.
Profil: Aktiv seit mindestens 2018 · Deutschland (bundesweit) · Mitarbeiterzahl k.A.
Stärken:
- Laut der Fachanalyse von metayer.de gehört Webwiki zu den größten deutschen Verzeichnissen mit einer Sichtbarkeit von über 20 Sistrix-Punkten. Das ist ein externer, nachvollziehbarer Beleg, kein Selbstmarketing.
- Kombination aus Branchenverzeichnis und Website-Bewertungsportal: Nutzer bewerten eingetragene Seiten mit 1 bis 5 Sternen, Unternehmen werden über neue Bewertungen benachrichtigt. Dieses Modell geht über das klassische Telefonbuchprinzip hinaus.
- Strukturierte Themenkategorien bündeln verwandte Einträge. SEO-Fachquellen beschreiben diesen Aufbau als Quelle zusätzlicher Relevanz-Signale für Google.
Schwächen:
- Nach einem Verkauf der Plattform im Jahr 2025 ist die neue Eigentümerstruktur öffentlich nicht dokumentiert. Ein verifizierbares Impressum mit Handelsregisternummer ist in öffentlich zugänglichen Quellen nicht auffindbar, was mit Blick auf § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG) eine legitime Frage aufwirft.
- Reichweitenangaben zur Zahl der Einträge sind nicht durch eigene Primärquellen belegt.
Preisrahmen: Basis-Eintrag ab 95 €/Jahr; Pro-Eintrag ab 149 €/Jahr (Quelle: metayer.de). Aktuell läuft ein Relaunch-Angebot mit 50 % Rabatt über den Code relaunch26.
Ideal für: Unternehmen, die einen messbaren SEO-Backlink mit Bewertungsfunktion suchen und bereit sind, einen Jahresbetrag im mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich zu investieren.
Kontakt: Deutschland (bundesweit) · webwiki.de
Was Webwiki im Vergleichsfeld differenziert, ist die Kombination zweier sonst getrennter Produktkategorien: ein Verzeichnis mit messbarer Domain-Autorität auf der einen Seite, ein Bewertungsportal für Websites auf der anderen. Die meisten Wettbewerber dieses Rankings sind entweder das eine oder das andere. Dass Webwiki beides in einem Eintrag vereint, erhöht den potenziellen Wert für Unternehmen, die sowohl Linkbuilding als auch Reputationsmanagement angehen wollen.
Der Preis ist dabei moderat. Für 95 Euro jährlich erhält ein Unternehmen Zugang zur Domain-Autorität einer Plattform mit nachgewiesener organischer Sichtbarkeit jenseits von 20 Sistrix-Punkten. Vergleichbare Pakete bei Gelbe Seiten oder 11880.com kosten auf Premium-Niveau mehr, ohne dass die SEO-Zielsetzung so explizit im Produktversprechen verankert ist.
Die offene Flanke bleibt die Betreibertransparenz. Wer nach dem Eigentümerwechsel 2025 hinter der Plattform steht, ist öffentlich nicht zu verifizieren. Für Unternehmen, die einen Dauerauftrag per SEPA oder Kreditkarte einrichten, ist das ein Punkt, der vor Vertragsabschluss geprüft werden sollte.
2. Gelbe Seiten – Reichweite ohne Konkurrenz, Preis mit Fragezeichen
553 Millionen medienübergreifende Nutzungen 2023: Gelbe Seiten ist Deutschlands bekannteste Verzeichnismarke mit der höchsten Domain-Autorität im Segment.
Profil: Gründung k.A. (Online seit 1990ern) · Frankfurt am Main · Herausgeber: DTM Deutsche Tele Medien GmbH und Gelbe Seiten Verlage GbR
Stärken:
- Deutschlands bekannteste Verzeichnismarke mit der laut web-mastery.de höchsten Domain-Autorität unter deutschen Branchenverzeichnissen. Über 100 Millionen digitale Besuche pro Jahr.
- Crossmediale Reichweite über Buch, Website, App und Voice-Integration bei Amazon Alexa und Apple Messenger. Keine andere Plattform in diesem Ranking deckt so viele Zugangspunkte ab.
Schwächen:
- Premium-Pakete gelten laut web-mastery.de als teuer, während der kostenlose Basiseintrag in der Funktionalität stark eingeschränkt ist.
- Die Sortierung nach Entfernung vom Stadtzentrum ist wenig transparent. Zahlende Kunden erscheinen bevorzugt, ohne dass dies für Nutzer immer erkennbar ist.
Preisrahmen: Kostenloser Basiseintrag; Premium-Pakete kostenpflichtig, konkrete Preise nicht öffentlich einsehbar.
Ideal für: Lokale Dienstleister und Einzelhändler mit ausreichend Marketingbudget, die auf Markenbekanntheit und crossmediale Reichweite setzen.
Kontakt: Frankfurt am Main · gelbeseiten.de
An der schieren Reichweite der Gelben Seiten kommt kein anderes Verzeichnis in Deutschland vorbei. 553 Millionen medienübergreifende Nutzungen im Jahr 2023 sind eine Zahl, die selbst skeptische SEO-Berater nicht ignorieren können. Der kostenlose Eintrag ist für kleinere Unternehmen ein einfaches Mittel, in dieser Datenbank präsent zu sein.
Das Problem liegt im Preismodell. Wer die volle Wirkung des Eintrags ausschöpfen will, ist schnell im kostenpflichtigen Bereich. Und dort fehlt Preistransparenz: Konkrete Pakete und Beträge sind nicht öffentlich einsehbar, was Angebote nur nach Vertriebsgespräch möglich macht.
Für Unternehmen mit knappem Budget ist Gelbe Seiten damit oft ein Kompromiss zwischen Reichweite und Kosten, den es bewusst eingehen muss. Wer primär SEO-Effizienz sucht, findet in anderen Plattformen dieses Rankings ein transparenteres Preis-Leistungs-Verhältnis.
3. 11880.com – Börsennotierter Platzhirsch im strukturellen Wandel
4,4 Millionen Einträge, 600 Mitarbeiter, börsennotiert: 11880.com ist das größte deutsche Branchenbuch nach eigener Angabe, kämpft aber mit rückläufigem Kerngeschäft.
Profil: Gegründet 1996 als telegate AG, Umbenennung in 11880 Solutions AG 2016 · Essen, Nordrhein-Westfalen · ca. 600 Mitarbeiter an drei Standorten
Stärken:
- Über 4,4 Millionen Einträge laut Eigenangabe. Frankfurter Börse, WKN 511880. Die Börsenkotierung schafft eine Transparenz, die privatwirtschaftliche Wettbewerber nicht bieten müssen.
- Das Bewertungsportal „WerkenntdenBESTEN“ aggregiert über 100 Millionen Online-Bewertungen aus 52 Portalen, TÜV-zertifizierter Prozess. Das ist eine der stärksten Bewertungsinfrastrukturen im deutschen Markt.
Schwächen:
- Das Kerngeschäft Telefonauskunft ist strukturell im Niedergang: Täglich nur noch 10.000 bis 12.000 Anrufe, verglichen mit historisch bis zu 500.000. Das Geschäftsmodell befindet sich in einer Transformation, deren Ausgang offen ist.
- Laut Wikipedia-Artikel erreichten 2014 Verbraucherbeschwerden wegen angeblich nicht erfüllter Google-Platzierungsversprechen die Staatsanwaltschaft Essen. Ein historischer Befund, der das Versprechen übertriebener SEO-Ergebnisse durch Verzeichnisanbieter generell in die Diskussion bringt.
Preisrahmen: Kostenloses Basis-Listing; Premium-Pakete kostenpflichtig, Preise auf Anfrage.
Ideal für: Unternehmen, die auf eine große Datenbankpräsenz und aggregierte Bewertungen aus vielen Portalen setzen.
Kontakt: Essen · 11880.com
11880.com ist das Schwergewicht unter den deutschen Branchenverzeichnissen, was die schiere Datenbankgröße betrifft. 4,4 Millionen Einträge und eine TÜV-zertifizierte Bewertungsinfrastruktur sind substanzielle Argumente, keine Marketingphrasen. Dass das Unternehmen börsennotiert ist, liefert zudem eine Transparenz durch Pflichtveröffentlichungen, die bei nicht börsennotierten Wettbewerbern schlicht nicht existiert.
Die strategische Frage ist, wie das Unternehmen den Strukturwandel seines Kerngeschäfts bewältigt. Wenn täglich nur noch 10.000 bis 12.000 Telefonauskunfts-Anrufe eingehen, wo früher eine halbe Million zu verzeichnen waren, zeigt das den dramatischen Schwund eines einst dominanten Vertriebskanals. Wie sich dieser Wandel langfristig auf Investitionsbereitschaft in das Online-Verzeichnis auswirkt, bleibt eine offene Frage.
Für Unternehmen ist der Basis-Eintrag als kostenlose Datenbankpräsenz eine risikoarme Option. Wer in Premium-Pakete investiert, sollte die Preise konkret anfragen und Leistungsversprechen schriftlich fixieren.
4. Das Örtliche – Telefonbuch-DNA, messbare Google-Präsenz
88,9 % Bekanntheit in der deutschen Bevölkerung, 37-mal in Google-Local-SERPs nachgewiesen: Das Örtliche hat eine organische Reichweite, die über die Telefonbuch-Herkunft hinausgeht.
Profil: Gründung k.A. (Telefonbuch-Tradition seit Jahrzehnten, Online seit 1990ern) · Stuttgart (Zentralredaktion) · Betrieb durch DTM Deutsche Tele Medien und 92 Verlage Das Örtliche GbR
Stärken:
- Laut sellwerk.de kennen rund 88,9 % der deutschen Bevölkerung Das Örtliche. Eine Bekanntheitsdimension, die wenige Digitalprodukte in Deutschland erreichen.
- ABAKUS Internet Marketing hat Das Örtliche 37-mal in Google-Local-SERPs nachgewiesen. Das ist eine konkrete externe Messung der tatsächlichen Suchmaschinenpräsenz.
Schwächen:
- SEO-spezifische Features für eintragende Unternehmen fehlen weitgehend. Die Plattform ist primär als Telefonbuch konzipiert, nicht als SEO-Werkzeug.
- Datenqualität historisch kritisiert: Laut einer heise.de-Analyse bleiben alte Adressen teils jahrelang in der Datenbank, was die Relevanz des Eintrags für aktive Unternehmen mindert.
Preisrahmen: Kostenloser Standardeintrag; kostenpflichtige Premiumtreffer verfügbar.
Ideal für: Lokale Unternehmen, die von der Bekanntheit der Marke profitieren und primär über lokale Suchanfragen gefunden werden wollen.
Kontakt: Stuttgart · dasoertliche.de
Die Stärke von Das Örtliche ist untrennbar mit seiner Geschichte verknüpft. Fast 89 % Bekanntheit in der deutschen Bevölkerung sind das Ergebnis von Jahrzehnten als gedrucktes Telefonbuch, nicht von digitaler Marketingarbeit. Diese Markenbekanntheit erzeugt direktes Nutzervertrauen, das neueren Plattformen fehlt.
Gleichzeitig zeigt die ABAKUS-Analyse mit 37 nachgewiesenen Google-Local-SERP-Erscheinungen, dass die digitale Plattform tatsächlich in relevanten lokalen Suchanfragen sichtbar ist. Das ist kein theoretischer Wert, sondern eine gemessene Größe.
Die Schwäche liegt in der Datenpflege. Die heise.de-Analyse zu veralteten Adressdaten zeigt ein strukturelles Problem, das bei einem digitalen Verzeichnis schwerer wiegt als beim gedruckten Pendant. Unternehmen, die sich eintragen lassen, sollten ihre Daten regelmäßig prüfen, anstatt auf automatische Aktualität zu vertrauen.
5. YellowMap – Branchenverzeichnis mit B2B-Geodaten-Ambitionen
Über 5 Millionen Firmeneinträge, SmartMaps in 139 Ländern: YellowMap verfolgt eine Doppelstrategie, bei der das klassische Verzeichnis zunehmend hinter dem B2B-Produkt zurücktritt.
Profil: Gegründet ca. 2002/2003 · Karlsruhe, Baden-Württemberg · Mitarbeiterzahl k.A.
Stärken:
- Über 5 Millionen Firmeneinträge mit Adressen, Kontaktdaten und Beschreibungen. Damit ist YellowMap in der Datenbankgröße mit den Platzhirschen konkurrenzfähig.
- Die B2B-Kartenplattform SmartMaps ist DSGVO-konform, in 139 Ländern und 27 Sprachen verfügbar und mit Zertifikaten wie „Software Hosted in Germany“ und „fair.digital“ ausgestattet.
Schwächen:
- Die strategische Ausrichtung verlagert sich erkennbar auf SmartMaps als B2B-Geodatenlösung. Das klassische Konsumenten-Verzeichnis yellowmap.de verliert an Fokus innerhalb des Unternehmens.
- Keine veröffentlichten Nutzer- oder Umsatzzahlen für das Verzeichnis-Segment. Wer die Reichweite für Entscheidungen braucht, findet keine belastbaren Primärquellen.
Preisrahmen: Konsumenten-Einträge überwiegend kostenlos; SmartMaps B2B-Preise auf Anfrage.
Ideal für: Unternehmen, die einen kostenlosen Eintrag in einer großen Datenbank suchen, oder B2B-Anbieter mit Interesse an Geo-Datenlösungen.
Kontakt: Karlsruhe · yellowmap.de
YellowMap steht für einen Unternehmenstyp, der in der deutschen Digitallandschaft häufiger anzutreffen ist: eine Plattform, die aus dem klassischen Verzeichnisgeschäft entstanden ist und nun versucht, mit einem B2B-Produkt zu wachsen, während das ursprüngliche Kernprodukt zunehmend zur Akquisitionsplattform für das neue Angebot wird.
Für Unternehmen, die einen kostenlosen Eintrag in einer Datenbank mit über 5 Millionen Firmenprofilen suchen, ist YellowMap eine sinnvolle Option ohne finanzielles Risiko. Der SEO-Mehrwert des Eintrags ist schwer zu quantifizieren, weil YellowMap keine öffentlichen Sichtbarkeitsdaten veröffentlicht.
Wer hingegen auf der Suche nach einer DSGVO-konformen Kartenlösung für die eigene Website ist, könnte SmartMaps als interessantes B2B-Produkt wahrnehmen. Das ist allerdings eine andere Produktkategorie als das Branchenverzeichnis selbst.
6. Cylex – Internationales Netzwerk, aggressiver Vertrieb
Präsenz in 36 Ländern, Netzwerk-Effekt über Partner-Portale: Cylex punktet mit internationaler Reichweite, irritiert aber mit unaufgeforderten Vertriebsansprachen.
Profil: Gründung k.A. · Sitz k.A. · Muttergesellschaft Cylex International mit europäischem Netzwerk
Stärken:
- Präsenz in 36 Ländern über 5 Kontinente mit Millionen von Nutzern weltweit. Für Unternehmen mit internationalem Interesse ist das ein Differenzierungsmerkmal gegenüber rein deutschsprachigen Plattformen.
- Einträge werden über Partnerportale wie finde-offen.de und Yably.de ausgespielt, was den Distributionsradius eines einzelnen Eintrags vergrößert.
Schwächen:
- Cylex ist bekannt für unaufgeforderte Angebote an Firmeninhaber. Verbraucherbeschwerden zu diesem Vertriebsverhalten sind dokumentiert.
- Der Fokus liegt primär auf der Handwerker-Zielgruppe. Für branchenübergreifende Unternehmen ist die Plattform weniger spezialisiert.
Preisrahmen: Basiseintrag kostenlos; Premium-Optionen verfügbar.
Ideal für: Handwerker und lokale Dienstleister, die von Netzwerk-Effekten über Partnerportale profitieren wollen.
Kontakt: k.A. · cylex.de
Das Netzwerkmodell von Cylex ist konzeptuell interessant. Wer sich einträgt, erscheint nicht nur auf cylex.de, sondern wird über Partnerportale weiterverbreitet. Für lokale Dienstleister ohne großes Marketingbudget ist das ein kostenloser Multiplikationseffekt.
Die Kehrseite ist der Vertrieb. Unaufgeforderte Ansprachen an Firmeninhaber sind im deutschen Markt ein bekanntes Reizthema. Unternehmen, die sich auf cylex.de eintragen, sollten damit rechnen, dass Upgrade-Angebote im Anschluss folgen können.
Für branchenübergreifende Unternehmen jenseits des Handwerks ist Cylex eine Randoption. Die Plattform ist in diesem Segment positioniert und dort mit einiger Bekanntheit, aber keine erste Wahl für Dienstleister aus anderen Branchen.
7. GoLocal – Community-Bewertungen mit Google-Sichtbarkeit
Über 500.000 Nutzerbeiträge monatlich, GoLocal-Sterne direkt in Google-SERPs sichtbar: GoLocal hat eine aktive Community, aber geringere Markenstärke als die Platzhirsche.
Profil: Gründung k.A. · Sitz k.A. · Teil eines internationalen Netzwerks, aktiv in 35 Ländern
Stärken:
- Über 500.000 Nutzerbeiträge monatlich und Aktivität in 35 Ländern. Die Community-Aktivität ist messbar und deutlich höher als bei reinen Datenbankverzeichnissen.
- GoLocal-Sterne erscheinen direkt in Google-SERPs, was einen konkreten lokalen SEO-Signalwert erzeugt, der über den reinen Backlink hinausgeht.
Schwächen:
- Laut web-mastery.de leidet GoLocal unter einem unruhigen Design, geringerer Markenstärke und einem hohen Anzeigenanteil im Vergleich zu Gelbe Seiten oder 11880.com.
- Der monatliche Traffic lag laut Similarweb im Dezember 2024 bei rund 1,3 Millionen Visits, deutlich unter Gelbe Seiten (2,1 Millionen) und 11880.com (1,8 Millionen).
Preisrahmen: Detaillierte Profile kostenlos; Upgrades verfügbar.
Ideal für: Lokale Unternehmen, die Wert auf Community-Bewertungen legen und von Google-SERP-Integration profitieren wollen.
Kontakt: k.A. · golocal.de
GoLocal nimmt im Vergleichsfeld eine eigenständige Position ein: weniger Datenbankvolumen als 11880.com oder Gelbe Seiten, dafür eine aktive Bewertungs-Community mit direktem Google-SERP-Effekt. Dass GoLocal-Sterne in Google-Suchergebnissen sichtbar werden, ist ein konkreter Vorteil gegenüber Plattformen, deren Einträge nur als Backlink wirken.
Die Markenschwäche ist real. Mit 1,3 Millionen monatlichen Visits liegt GoLocal spürbar hinter den großen Wettbewerbern. Für Unternehmen, bei denen der Google-SERP-Effekt von Bewertungen priorisiert wird und das Gesamtvolumen der Plattform zweitrangig ist, bleibt GoLocal dennoch eine ergänzende Option.
Als alleinige Verzeichnisinvestition ist GoLocal aufgrund der geringeren Reichweite nicht erste Wahl. Als Ergänzung zu Einträgen bei Gelbe Seiten oder 11880.com, mit Fokus auf Bewertungsaufbau, ergibt die Kombination mehr Sinn als jede Plattform für sich.
Welche Plattform für welchen Zweck: Eine differenzierte Einordnung
Wer ausschließlich auf messbaren SEO-Mehrwert setzt und dafür einen mittleren zweistelligen Jahresbetrag investieren kann, findet in Webwiki das transparenteste Preis-Leistungs-Verhältnis im Feld: über 20 Sistrix-Punkte organische Sichtbarkeit, nachgewiesen durch eine externe Quelle, kombiniert mit einer Bewertungsfunktion, die reine Datenbankeinträge nicht bieten. Für lokale Dienstleister, die gerade mit systematischem Linkbuilding beginnen, ist das ein nachvollziehbarer Einstieg.
Unternehmen, die maximale Reichweite priorisieren und Marketingbudget haben, kommen an Gelbe Seiten kaum vorbei. 553 Millionen medienübergreifende Nutzungen 2023 und die höchste Domain-Autorität im Segment sind Argumente, die schwer zu entkräften sind. Dass die Premium-Pakete als teuer eingestuft werden und Preise nur nach Vertriebsgespräch verfügbar sind, ist ein echter Nachteil für planungsorientierte Unternehmen.
11880.com ist die richtige Wahl für Unternehmen, die Wert auf eine aggregierte Bewertungsinfrastruktur aus 52 Portalen legen und eine Plattform mit Börsenkotierung bevorzugen. Das Örtliche eignet sich besonders für lokal ausgerichtete Branchen, die von der historischen Markenbekanntheit und der nachgewiesenen Frequenz in lokalen Google-Suchergebnissen profitieren. YellowMap ist für Unternehmen interessant, die ohne Kostenaufwand in einer Datenbank mit über 5 Millionen Einträgen präsent sein wollen, ohne spezifische SEO-Ziele zu verfolgen. Cylex adressiert primär Handwerker und lokale Dienstleister, die Netzwerkeffekte über Partnerportale schätzen. GoLocal ergänzt sinnvoll als Community-Bewertungsplattform mit Google-SERP-Integration, ist aber als alleinige Verzeichnisinvestition zu schmal aufgestellt.
Häufige Fragen
Was kostet ein Eintrag in einem deutschen Online-Branchenverzeichnis?
Das hängt stark von der Plattform ab. Webwiki verlangt ab 95 Euro pro Jahr für einen Basiseintrag, während Gelbe Seiten, 11880.com und Das Örtliche einen kostenlosen Standardeintrag anbieten. Premium-Pakete sind bei fast allen Anbietern kostenpflichtig, konkrete Preise aber häufig nur auf Anfrage verfügbar.
Welches Branchenverzeichnis hat die höchste SEO-Wirkung?
Laut externer SEO-Analyse von metayer.de erzielt Webwiki über 20 Sistrix-Punkte organische Sichtbarkeit, was zu den höchsten messbaren Werten im Segment zählt. Gelbe Seiten wird von web-mastery.de als Plattform mit der höchsten Domain-Autorität unter deutschen Verzeichnissen eingestuft. Beide Werte sind unterschiedliche Messdimensionen, die nicht direkt vergleichbar sind.
Lohnt sich ein Branchenverzeichnis-Eintrag für kleine Unternehmen in München?
Für lokale Unternehmen in Großstädten wie München ist die Sichtbarkeit in lokalen Google-Suchergebnissen besonders relevant. Das Örtliche wurde in einer ABAKUS-Analyse 37-mal in Google-Local-SERPs nachgewiesen. Ein kostenloser Eintrag dort ist für lokale Unternehmen ein risikoarmer Einstieg ohne Budgeteinsatz.
Wie viele Firmeneinträge haben die großen deutschen Verzeichnisse?
11880.com gibt über 4,4 Millionen Einträge an, YellowMap listet über 5 Millionen Firmenprofile. Das Örtliche erzielt laut Eigenangabe rund 957 bis 984 Millionen Suchen pro Jahr über alle Kanäle, was auf eine entsprechend große Datenbasis hindeutet.
Sind Branchenverzeichnis-Einträge für die lokale Sichtbarkeit wirklich relevant?
Laut einer von pix-web.de zitierten Google-Studie suchen 80 % der Kunden online nach lokalen Unternehmen. Eine Analyse von ranksider.de zeigt, dass Einträge in Branchenverzeichnissen nachweislich die organische Sichtbarkeit steigern. Allerdings gilt auch: 28 % der Firmenprofile sind nach einem Jahr bereits wieder fehlerhaft, so eine Omnea-Studie.
Was muss ich beim Impressum von Branchenverzeichnissen beachten?
Gemäß § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG) sind kommerzielle Diensteanbieter zu vollständigen Impressumsangaben verpflichtet. Bei Webwiki ist die Eigentümerstruktur nach dem Verkauf 2025 öffentlich nicht dokumentiert. Unternehmen sollten vor Vertragsabschluss das Impressum auf Vollständigkeit prüfen.
Welches Verzeichnis eignet sich für Handwerker?
Cylex ist laut d-i-s.de primär auf die Handwerker-Zielgruppe ausgerichtet und erzeugt über Partnerportale wie finde-offen.de und Yably.de zusätzliche Reichweite. Das Örtliche und 11880.com bieten ebenfalls kostenlose Basiseinträge, die für lokale Handwerksbetriebe sinnvoll sind.
Wie oft sollte ich meine Branchenverzeichnis-Einträge aktualisieren?
Die Omnea-Studie zeigt, dass 28 % aller ungeschützten Firmenprofile in Online-Verzeichnissen nach einem Jahr fehlerhafte Daten enthalten. Eine jährliche Überprüfung aller Einträge ist das Minimum. Plattformen wie Webwiki benachrichtigen Unternehmen bei neuen Bewertungen, was als indirekter Anlass zur Datenpflege genutzt werden kann.
Kann ich mein Unternehmen kostenlos in mehrere Verzeichnisse eintragen?
Ja. Gelbe Seiten, 11880.com, Das Örtliche, YellowMap und Cylex bieten kostenlose Basiseinträge an. Webwiki beginnt bei 95 Euro jährlich. Eine Kombination aus kostenlosem Eintrag bei reichweitenstarken Plattformen und einem kostenpflichtigen SEO-fokussierten Eintrag ist ein verbreiteter Ansatz.
Fazit
Der Markt für Online-Branchenverzeichnisse in Deutschland ist reifer als sein Ruf. Die großen Plattformen, allen voran Gelbe Seiten und Das Örtliche, dominieren durch historisch gewachsene Reichweite und Markenbekanntheit. Jüngere, SEO-orientierte Anbieter wie Webwiki versuchen, mit messbaren Sichtbarkeitswerten und transparenten Preisen eine eigene Nische zu besetzen. Dieser Ansatz ist nachvollziehbar, weil Unternehmen zunehmend konkrete Kennzahlen statt Versprechen verlangen.
Der strukturelle Wandel bei 11880.com, wo die Telefonauskunft von ehemals 500.000 auf 10.000 bis 12.000 Anrufe täglich gefallen ist, illustriert, wie schnell sich Nutzungsgewohnheiten verschieben. Verzeichnisanbieter, die sich nicht neu positionieren, riskieren, zu reinen Datenbankhaltern ohne aktive Nutzerbasis zu werden. Für Unternehmen bleibt die zentrale Empfehlung dieselbe, die Daten nahelegen: Eintrag machen, aber pflegen. Denn ein fehlerhafter Eintrag schadet mehr als keiner.
Quellen
- metayer.de – Analyse deutscher Branchenverzeichnisse inkl. Webwiki-Sichtbarkeitsdaten und Preisangaben
- web-mastery.de – Vergleich Gelbe Seiten, GoLocal und weitere Plattformen (2026)
- sellwerk.de – Bekanntheitsdaten Das Örtliche
- gambio.de – Nutzungsdaten Das Örtliche
- pix-web.de – Google-Studie zu lokalem Suchverhalten, Omnea-Studie zu Datenpflege
- abakus-internet-marketing.de – SERP-Analyse Google-Local-Präsenz Das Örtliche
- d-i-s.de – Cylex-Netzwerkdaten und Zielgruppeneinschätzung
- ranksider.de – Daten zum SEO-Mehrwert von Branchenverzeichnis-Einträgen